Wärmepumpe Wartung selber machen: was Sie prüfen dürfen
Eine Checkliste für die Zeit zwischen zwei Servicebesuchen: was Sie gefahrlos selbst erledigen, was Sie dem Fachbetrieb überlassen und woran Sie Probleme früh erkennen.
Wärmepumpe selbst warten: die kurze Antwort
Sie können Außengerät und Luftwege sauber halten, Anlagendruck und Fehlermeldungen kontrollieren und den Verbrauch beobachten. Arbeiten am Kältekreis, an der Elektrik und im Inneren des Geräts gehören zum Fachbetrieb, laut Bosch Österreich je nach Typ alle 1 bis 3 Jahre.
Wer seine Wärmepumpe regelmäßig im Blick hat, bemerkt Veränderungen früher: ein ungewohntes Geräusch, eine Eisschicht, die nicht mehr abtaut, oder einen Stromverbrauch, der ohne kälteren Winter steigt. Solche Beobachtungen helfen dem Techniker beim nächsten Termin mehr als jede Vermutung.
Wärmepumpe Wartung Checkliste: das dürfen Sie selbst
Außengerät
- Lamellen und Gitter frei von Laub, Gras und Spinnweben halten, nur von außen und ohne Werkzeug
- Rund um das Gerät Platz lassen, keine Mülltonnen, Pflanzen oder Planen davor
- Nach Schneefall Zugang und Luftauslass freiräumen, Eis nicht abschlagen
- Prüfen, ob das Kondensat ablaufen kann und sich keine Eisplatte unter dem Gerät bildet
Im Haus
- Den Druck im Heizkreis ablesen und prüfen, ob er im Bereich liegt, den die Anleitung angibt
- Display auf Fehlermeldungen prüfen und diese mit Datum notieren
- Bei Fußbodenheizung: Stellantriebe und Raumthermostate nicht dauerhaft schließen
- Auf neue Geräusche, Tropfstellen oder Feuchtigkeit am Gerät und an Leitungen achten
Verbrauch und Effizienz
- Regelmäßig Stromzähler und, falls vorhanden, Wärmemengenzähler ablesen
- Aus Wärme und Strom eines Jahres die Jahresarbeitszahl berechnen: Wärme geteilt durch Strom
- Ergebnis mit dem Vorjahr vergleichen und zum Wartungstermin mitbringen
Als Richtschnur setzt klimaaktiv eine Jahresarbeitszahl ab 3 an. Sinkt Ihr Wert ohne erkennbaren Grund, ist das ein guter Anlass für einen Servicetermin.
Warmwasser: Temperatur und Legionellenschutz
Der OÖ Energiesparverband empfiehlt, den Warmwasserspeicher auf höchstens 50 °C einzustellen und ihn wöchentlich über 60 °C aufzuheizen, um Legionellen vorzubeugen. Viele Regelungen haben dafür eine eigene Funktion. Prüfen Sie im Menü, ob sie aktiv ist, und ändern Sie die Einstellungen nicht ohne Rücksprache.
Das bleibt Sache des Fachbetriebs
| Arbeit | Warum nicht selbst |
|---|---|
| Kältekreis prüfen, öffnen, befüllen | nur mit Ausbildung oder Zertifizierung in der Kältetechnik erlaubt |
| Elektrische Anschlüsse | Arbeit für befugte Elektrotechniker, Lebensgefahr |
| Gehäuse öffnen, Verdampfer innen reinigen | Verletzungsgefahr an Lamellen und Ventilator, Garantie |
| Frostschutz der Sole prüfen | Messgerät und Nachfüllen nach Herstellervorgabe nötig |
| Heizwasser nachfüllen | nur nach Anleitung, sonst Luft und Korrosion im System |
Wie oft muss die Wärmepumpe zum Service?
Für den Termin mit dem Fachbetrieb nennt Bosch Österreich je nach Typ ein bis drei Jahre und rät im Zweifel zu einer jährlichen Wartung. Ihre eigene Kontrolle ersetzt diesen Termin nicht, macht ihn aber kürzer und aussagekräftiger. Was der Termin kostet, lesen Sie unter Kosten der Wärmepumpen-Wartung. Ob Sie zur Wartung verpflichtet sind, erklärt die Seite Wartungspflicht in Österreich.
Fragen zur Wartung in Eigenregie
Kann ich die Wärmepumpe komplett selbst warten?
Nein. Sichtkontrollen, Sauberhalten und das Ablesen von Druck und Verbrauch können Sie selbst übernehmen. Für den Kältekreis verlangt die Rechtslage laut WKO eine kältetechnische Qualifikation, für die Elektrik ist ein befugter Elektrotechniker zuständig. Dazu kommen oft Herstellervorgaben für die Garantie.
Wie oft sollte ich selbst nachsehen?
Eine feste Vorgabe gibt es nicht. Sinnvoll ist ein kurzer Blick auf Außengerät und Display in regelmäßigen Abständen, etwa wenn Sie ohnehin Zählerstände notieren, und zusätzlich nach Sturm, starkem Schneefall oder dem Laubfall im Herbst. Die Wartung durch den Fachbetrieb ersetzt das nicht, Bosch Österreich nennt dafür je nach Typ alle 1 bis 3 Jahre.
Darf ich die Heizkurve selbst verstellen?
Die Bedienungsanleitung erlaubt in der Regel, Wunschtemperatur und Zeitprogramme zu ändern. Größere Änderungen an der Heizkurve sollten Sie mit dem Fachbetrieb absprechen und notieren, was Sie verstellt haben. Eine zu hoch eingestellte Heizkurve erhöht die Vorlauftemperatur und damit den Stromverbrauch.
Den Rest erledigt der Fachbetrieb
Für alles, was über die Checkliste hinausgeht: Bis zu drei Servicebetriebe aus Ihrer Region melden sich mit einem Angebot für die Wartung.